Historie

Die Lebensbeschreibung des Hl. Emmeram wurde festgehalten vom Geschichtsschreiber Arbeo, der, wie man wissen muss, neben der Darstellung von Fakten auch die Intention hatte, das Bild eines Heiligen zu zeichnen. Seine Vita Haimrhammi, in der Emmeram auch häufig mit: Hemmerammus, Emmerammus, Hayrammus, Hymeram, Haimeram und Haimeran bezeichnet wurde, ist die Urquelle jeder Emmeram- Forschung. Emmeram stammte aus dem Westfrankenreich, aus Aquitanien, genauer aus der Stadt Poitiers. Er muss ein frommer, junger Mann gewesen sein. Nachdem er zum Bischof ernannt wurde, zog er als Wanderprediger durch seine Heimat, um den christlichen Glauben zu verbreiten und zu festigen. Von Poitiers führte ihn sein missionarischer Weg Richtung Osten über den Rhein und an der Donau entlang nach Regensburg. (damals „Radasbona“, das sich aus der lateinischen Festung „Castra Regina“ entwickelt hatte). Hier, in der alten, bayerischen Hauptstadt, traf Emmeram auf den Agilolfingerherzog Theodo. Dieser lud den jungen Bischof ein, zu bleiben und hierzulande zu missionieren – noch war unser Land damals nicht vollständig christianisiert! Emmeram nahm die Einladung an und blieb drei Jahre in Regensburg. Obwohl er nicht deutsch bzw. dessen Vorläufer sprach und somit auf die Dienste seines Dolmetschers Vitalis angewiesen war, fand er als Seelsorger großen Zuspruch bei der Bevölkerung der heutigen Oberpfalz. Zu dieser Zeit war Uta (auch Ota), die Tochter des Herzogs Theodo, von Sigibald, dem Sohn eines Richters, verführt worden. Weil sie daraufhin von Sigibald unehelich schwanger war, wandten sich die beiden jungen Leute in ihrer  Verzweiflung an Bischof Emmeram. Der Legende nach half er den beiden Verliebten großherzig  aus der Bredouille und bot an, nach außen hin ihm die „Schuld“ zu geben. Denn er hatte schon vor einiger Zeit beschlossen, Abschied von Regensburg zu nehmen und nach Rom zu pilgern. Bis das Vergehen der Herzogstochter ans Licht käme, wäre er längst außer Reichweite und die Sache würde in Vergessenheit geraten. Der einzige Mitwisser der Wahrheit sollte sein Begleiter Wollfleck sein, der später seine Unschuld bestätigen können würde. Während die geistlichen Herren sich auf den Weg machten, musste Uta ihrem Vater die Schwangerschaft gestehen. Sie hielt sich an das Vereinbarte und erklärte, wie Abgesprochen, Emmeram sei der Vater. Utas Bruder Lantperht nahm, auf Befehl des Vaters, wutentbrannt die Verfolgung auf um sich an Emmeram zu rächen. Bei Helfendorf, an der Kreuzung der Nord-Süd-Verbindung mit der römischen Heerstraße Augsburg-Salzburg, wo die Mönche Rast an einer Quelle machten, überfielen Lantperht und seine Reiter die Rastenden und beschuldigten Emmeram sogleich. Ohne dass sich Emmeram rechtfertigen konnte, fingen die Folterknechte des jungen Fürsten an, dem Bischof das Obergewand und die Stola herunterzureißen. Mit Stricken banden sie ihn auf eine Leiter, die auf einen großen Felsen gelegt wurde. Dann begannen sie mit der Folter, die zum Tod führen sollten. Sie schnitten ihm alle Finger ab und hackten danach auch noch Hände und Füße ab. Die Henker entfernten sich. Die geflohenen Begleiter Emmerams wagten sich nun wieder hervor, verbanden den schwer verstümmelten Bischof. Sie luden ihn auf einen Ochsenkarren. Auf einer alten Verbindungsstraße zwischen den beiden Römerstraßen, die durch unsere Gegend führte, wollte man den Gemarterten über Peiß, Aying, an Egmating vorbei, über Grasbrunn, Ottendichtl und Feldkirchen zum herzoglichen Gutshof Aschheim bringen. Kurz davor in Feldkirchen starb Emmeram an der Stelle, wo heute noch eine Gedächtniskirche steht (errichtet 1843). Der tote Bischof wurde nun nach Aschheim gebracht und in der Kirche St. Peter und Paul beigesetzt. Noch heute berichtet dort eine Grabplatte aus dem 15. Jahrhundert über diese Geschehnisse. Die Legende berichtet, dass 40 Tage und Nächte Stürme mit Wolkenbrüchen wüteten, welche die ganze Provinz zu vernichten drohten. Diese Naturkatastrophe deuteten die Aschheimer als Zeichen des Himmels, dass der Heilige hier nicht begraben bleiben wollte. Sie hoben den Toten wieder aus seinem Grab und legten ihn erneut auf einen Ochsenkarren. Man überließ die Tiere sich selbst, damit sie den Märtyrer dorthin fahren, wo er beigesetzt sein wollte. Die Tiere gingen wohl auf der alten Römerstraße, die zum Isarübergang bei Oberföhring führte. Dort blieben die Tiere auf dem Isarufer nördlich des alten Pfarrdorfes stehen. Mittlerweile hatte sich am Herzogshof in Regensburg die Unschuld  von Emmeram herausgestellt. Herzog Theodo ließ daraufhin den toten Bischof in Oberföhring abholen. Nach dem Bericht Arbeos wurde Emmeram im heutigen St. Emmeram, der Floßlände Föhrings auf ein Schiff – wahrscheinlich ein Floß – gelegt und schwamm bis zur Mündung der Isar in die Donau. Bei Arbeo heißt es: " Engelshände geleiteten den Märtyrer bis zur Regensburger St. Georgskirche", dem Kern der späteren Reichsabtei St. Emmeram. Herzog Theodo ließ ihn dort bestatten. Der Herzog entzieht seiner Tochter Uta allen Besitz und verbannt sie auf Lebenszeit nach Italien. Über ihren Verführer Sigibald erfährt man nichts. Der Herzogssohn Lantperht stirbt in der Verbannung.

 

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